Der Innenputz ist uns allen allgegenwärtig, jeder sieht ihn, jeden Tag. Doch er hat noch mehr Aufgaben, als „nur“ gut auszusehen.
Zu nennen wäre da die Fähigkeit des Putzes, die Luft/ Raumfeuchtigkeit zu regulieren, das heißt, überschüssige Feuchte aus der Raumluft aufzunehmen, zu speichern und bei Bedarf wieder abzugeben, das sogenannte Sorptionsverhalten. Eine Fähigkeit übrigens, die der Gipsputz mit Abstand am besten beherrscht, genauso wie die Brandschutzeigenschaften, die nur gipshaltige Baustoffe so leisten können.
Putze sollen dadurch “natürlich“ für ein gutes Raumklima sorgen.
Die ältesten bekannten Bindemittel sind übrigens Lehm und…ja, Gips. Erst später kam Kalk hinzu.

Durch verschiedene Aufgaben und Vorrausetzungen unterscheidet man im Groben folgende Putze:


  • Zement-Putz
  • Kalk-Putz
  • Kalk- Zement- Putz
  • Gips-Putz
  • Lehm-Putz
  • Gips-Kalk-Putz
                               


Zement- Putz
Zement-Putz wird hauptsächlich dort eingesetzt, wo erhöhte Anforderungen an die Festigkeit,Wasserundurchlässigkeit und Frostbeständigkeit gestellt werden. Das betrifft vor allem Sockel- und Kellerbereiche, Feuchträume wie Schlachtereien, Waschstraßen, Großküchen, Duschbereiche in Schwimmhallen u.s.w.
Zement-Putz findet auch seine Anwendung als Vorspritzmörtel bei schwierigen Untergründen in Sanierungsfällen bei Bestandsbauten.


Kalk-Putz
Kalk ist auch ein sehr altes Bindemittel, das schon weit vor unserer Zeitrechnung verwendet wurde.
Der Kalk-Putz hat hervorragende wohnhygienische Eigenschaften, da er vergleichsweise wenig Anmachwasser mitbringt und dadurch eine schnelle Austrocknung des Mauerwerks zulässt.
Verwendung findet der Kalk-Putz vor allem in der Sanierung von Bestandsbauten, aber auch in Neubauten erfreut er sich zunehmender Beliebtheit. Kalk-Putze können innen wie außen verarbeitet werden.


Kalk-Zement-Putz
Kalk-Zement-Putz ist ein Gemisch aus Sand, gebranntem Kalk und Zement. Dieser Putz ist ein echter Allrounder, innen wie außen einsetzbar, mechanisch belastbar und recht „langlebig“, besonders in Kombination mit Kalk-Sand-Steinen. Dieser Putz wird gerne in Treppenhäusern, Bädern, öffentlichen Gebäuden usw.  eingesetzt.
Probleme gibt es meiner Meinung nach mit den hochwärmedämmenden Leichtbaustoffen der Porenbeton- Industrie: der Putz ist wesentlich härter als der eigentliche Stein, was natürlich zu Spannungen, sprich, Rissen führen kann.


Lehm-Putz
Lehm-Putz ist eine der ältesten Putztechniken überhaupt, ein (damals) sehr billiger Baustoff, der leicht zu beschaffen und zu verarbeiten war.
Lehm wird in aller Regel 2- lagig verarbeitet: eine Grundputzschicht, fett eingestellt und eine dekorative „magere“ Endschicht.
Lehm-Putze sind besonders ökologisch und haben mit Sicherheit ihre feste Berechtigung.


Gips-Putz
Gips-Putz besteht hauptsächlich aus den Bindemitteln Naturgips/ Industriegips und den Zuschlägen Kalk und Sand. Diverse Zusatzstoffe werden beigemischt, um Standzeiten für die Verarbeitung  und bestimmte Eigenschaften zu erzeugen. Dieser Putz wird in der Regel geglättet, für die Aufnahme von Tapeten oder Farbe, oder vorbereitet für die Aufnahme von Fliesen oder Strukturputzen.
Entgegen der landläufigen, hartnäckigen Meinung dürfen Gips-Putze in häuslichen Bädern und Küchen verarbeitet werden, da diese nach DIN 18550, T2, Abschnitt 3.2.3.3 nicht als Feuchtraum eingestuft sind.
Feucht- oder gar Nassräume sind wie schon gesagt Waschstraßen, Schlachthäuser, Schwimmbäder und deren Duschen, Großküchen usw.


Qualitätsstufen im Innenbereich

Überblick über verschiedene Innputzarten